Her mit dem schönen Leben!

In dieser Spielzeit für euch auf der Bühne:

Natalie Brockmann

Hung-Wen Chen

Teresa Lucia Forstreuter

Tim Grambow

Linda Kuhn

Péter Copek

Larissa Potapov

Anton Shults

Sithembile Menck

Sandra-Uma Schmitz

Cornelia Wöß

Hier einige Eindrücke der Vorstellungen (Fotos: Thomas Häntzschel)… die nächste ist übrigens am 12.03.2016!

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Es geht wieder los!

Im neuen Jahr ist es wieder soweit: am 23.01.2016 findet die Wiederaufnahme der Produktion (NO) SATISFACTION! – ROCK UND REBELLION AM DDR-MEER im GROSSEN SAAL statt.

Wer diesen Abend verpassen sollte, für den besteht auch am 26. und 27.1. die Möglichkeit, diese besondere Inszenierung zu erleben! Im Anschluss der Vorstellung am 26.1. wird es ein Nachgespräch mit dem Leiter der Stasi-Behörde Rostock Dr. Volker Höffer geben.

Weitere Termine folgen und alle Informationen dazu findet ihr unter http://www.volkstheater-rostock.de/de_DE/repertoire/no-satisfaction.1020386.

Die Vorstellungen im Januar werden vom 22. bis 28.1. im Foyer des Volkstheaters von einer Ausstellung begleitet: HOFFNUNGSTRÄGER ODER STAATSFEIND? DDR-JUGEND UND STASI AN DER OSTSEE. Sie beschreibt das Spannungsfeld der DDR-Jugend zwischen Mitmachen, Anpassen oder Aufbegehren. Zahlreiche Beispiele aus dem ehemaligen Ostseebezirk Rostock zeigen, warum und mit welchen Methoden die Stasi unangepasste Jugendliche verfolgte. Auch die zielgerichtete Werbung Minderjähriger als Stasi-Informanten wird thematisiert.

Bis dahin!

Showtime!

Am Samstag, den 20. Juni, war es soweit: (NO) SATISFACTION! – ROCK UND REBELLION AM DDR-MEER hatte Premiere!

Wir haben natürlich ganz besonders mitgefiebert – bei der Generalprobe war alles gut gegangen und normalerweise heißt es ja, dass das Unglück bringen soll. Aber entgegen allem Aberglauben lief die Premiere super und das Publikum war begeistert!

Im Anschluss an die Premiere gab es dann noch eine öffentliche Premierenfeier, bei der alle Beteiligten auf die erfolgreiche Produktion anstoßen konnten. Von Intendant Sewan Latchinian über Dr. Volker Höffer von der Stasi-Unterlagen-Behörde Rostock und die Verantwortlichen (Katja Taranu, Johannes Härtl, Jörg Hückler, Krzysztof Gradzki) bis hin zum Ensemble (Natalie Brockmann, Hung-Wen Chen, Teresa Lucia Forstreuter, Tim Grambow, Linda Kuhn, Sithembile Menck, Enkhzorig Narmandakh, Larissa Potapov, Sandra-Uma Schmitz, Anton Shults, Cornelia Wöß) waren alle dabei.

Gemeinsam hatten wir alle einen sehr schönen Abend, von dem ihr hier ein paar Eindrücke sehen könnt:

Premierenfeier (No) Satisfaction - Dr. Volker Höffer, Katja Taranu & Johannes Härtl

Premierenfeier (No) Satisfaction – Dr. Volker Höffer, Katja Taranu & Johannes Härtl

Premierenfeier (No) Satisfaction! - Ensemble

Premierenfeier (No) Satisfaction! – Ensemble

Premierenfeier (No) Satisfaction! - Ensemble

Premierenfeier (No) Satisfaction! – Ensemble

Premierenfeier (No) Satisfaction! - Sewan Latchinian

Premierenfeier (No) Satisfaction! – Sewan Latchinian

Wer diesen Abend verpasst haben sollte, für den besteht übrigens auch am 26.6., 3.7., 10.7., 12.7. und 18.7. noch die Chance, diese besondere Inszenierung zu erleben! Alle Infos findet ihr unter http://www.volkstheater-rostock.de/de_DE/repertoire/no-satisfaction.1020386

Keep on running….

Kurz vor der Premiere (morgen, 20.06.,Volkstheater Rostock- GROSSER SAAL) haben wir mit der Schauspielerin Cornelia Wöß und den Tänzern Larissa Potapov, Teresa Lucia Forstreuter und Tim Grambow gesprochen und noch einige Informationen aus ihnen rausholen können! Seid gespannt auf morgen Abend!

Wie ist es für dich als Schauspielerin zu tanzen? War es ungewohnt?

Cornelia: Total ungewohnt. Es ist am Anfang auch mega überfordernd. Beim Text weiß man, wie man das abspeichern soll und beim Tanz weiß man nicht, wie man sich diese ganzen Körperbewegungen merken soll. Aber man rutscht da so langsam rein. Das macht Spaß, auch mal diese Ausdrucksweise zu lernen.

Was ist besonders spannend an der Arbeit zusammen mit den Tänzern?

Cornelia: Spannend war es, diese tolle Musik zu hören und dann sagt jemand: So und jetzt machen wir diese Schritte und die Tänzer machen das alles gleich nach. Und wir Schauspieler sind dazu gehumpelt.
Es war spannend, diese ganze Produktion zusammen zu erarbeiten. Im Schauspiel gibt es ein fixes Textbuch. Bei der Konzeption der Tanzinszenierung wurde gesagt, was in den Szenen ungefähr passiert. Der Rest ist dann langsam gewachsen.

Wie ist es für euch mit dem Thema DDR umzugehen und dazu zu tanzen?

Larissa: Mir war das Thema erstmal sehr fremd und sehr fern, weit weg. In erster Linie habe ich mich aber gefreut, mich mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen.

Tim: Ja, es war halt so fern. Die DDR ist was, was man in der Schule lernt und das ist sehr akademisch. Und jetzt hat es irgendwie sowas Handfestes bekommen, weil wir Originaldokumente haben und es um persönliche Schicksale geht. Ich meine, das große Ganze weiß man irgendwoher, Mauerfall, Mauerbau und so weiter, Stasi – und die ist ja wie so ein Schreckensgespenst –, aber dadurch wird die Geschichte ein bisschen persönlicher und verfestigt sich an einzelnen Schicksalen.

Teresa: Ich bin im Westen aufgewachsen, in der Nähe von Hannover, und habe dann in Dresden studiert. Ich habe schon mitgekriegt, dass die Mentalität dort anders ist, wie auch in jeder anderen Region in Deutschland. Aber als ich dann nach Rostock gekommen bin, habe ich Parallelen in der Mentalität gesehen und habe mich öfter gefragt, wie war das denn eigentlich? Weil man auch immer wieder von Leuten hört, die von der Zeit erzählen. Bei mir war es vorher persönlich nicht so ein Thema. Aber wenn man auf Leute stößt, die das erlebt haben, dann haben die oft das Bedürfnis, darüber zu sprechen. Und dadurch, dass wir uns mit dem Thema mehr beschäftigt haben, kamen für mich jetzt ein paar Sachen raus, die ich vorher nicht wusste. Das fand ich echt interessant. Spannend war es, sich in die Situationen hineinzuversetzen, das ging bei mir, glaube ich, relativ schnell, obwohl das natürlich jeder für sich irgendwie anders empfunden hat. Aber man kann sich jetzt in etwa vorstellen, wie das damals gewesen sein könnte.

Habt ihr in der Produktion ein Lieblingslied?

Teresa: Ich mag das letzte Duett sehr gerne. „Keep on running“ heißt es.
Tim: Es gibt viele schöne Lieder.
Larissa: Das allerletzte Lied, „Our lord“, das find ich total schön.
Tim: Ja, dann sag ich mal was dagegen: Ich finde Schleimkeim total geil.
Larissa: Das auf jeden Fall auch!

Allmählich wird’s ernst…

Am Dienstag waren wir zum ersten Mal bei einer kompletten Durchlaufprobe dabei!

Es war spannend und schön zu sehen, wie die einzelnen Elemente aus all den vorherigen Proben zu einer ganzen Inszenierung zusammengefügt wurden. Aktuell läuft die Endprobenphase, doch schon am Samstag, den 20.6., wird es ernst! Uns jedenfalls hat die Probe sehr gut gefallen und wir freuen uns schon auf die Premiere!

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Enkhzorig Narmandakh und Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Enkhzorig Narmandakh und Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Hung-Wen Chen, Anton Shults und Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Hung-Wen Chen, Anton Shults und Ensemble © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Sithembile Menck und  Sandra-Uma Schmitz © Dorit Gätjen

(No) Satisfaction!, Hauptprobe 1-Sithembile Menck und Sandra-Uma Schmitz © Dorit Gätjen

Interview mit Dr. Volker Höffer (Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde Rostock)

Herr Dr. Höffer, Rock und Rebellion an der Ostsee, das war ein Dauerbrenner für die Stasi. Das Regie-Team von (NO) SATISFACTION! hat sich durch Berge von Material gearbeitet.

Volker Höffer: Wir konnten Jörg Hückler und Katja Taranu „zupflastern“ mit Geschichten aus den Akten. Anfang/ Mitte der 60er gab es in Rostock allein 17 „Gitarrenbands“. Und die meisten standen im Visier der Stasi.


Im Juli 1964 nahm die sogenannte
Beat-Revolte ihren Anfang.

Volker Höffer: Zur Ostseewoche verlangten Jugendliche vergeblich Zugaben nach einem Konzert des Norwegers Jan Rohde. Die Ordner waren überfordert, Bereitschaftspolizei sperrte die Bühne ab. Rufe wie „Polizistenschweine“, „Scheiß System“ ertönten. Die Polizei griff hart durch und lieferte sich eine Rangelei mit 200 bis 300 Jugendlichen. Mehrere „Rädelsführer“ wurden festgenommen, doch vor dem Polizei-Revier in der Ulmenstraße gab es weitere Proteste. Typisch für die damalige Situation: Das blieb keine Sache der Polizei. Die Stasi zog sich das Verfahren sofort auf den Tisch. Es folgten Protestaktionen in anderen Städten. In Leipzig demonstrierten Ende Oktober 1965 gar zweitausend Jugendliche gegen die Verpönung ihrer Lieblings-Musik.

Beatgruppen waren nach dem Mauerbau wie Pilze aus dem Boden geschossen. Es sah nach einer Liberalisierung des geistig-kulturellen Lebens aus. Aber schon 1965 verloren viele Formationen ihre Lizenz, durften nicht mehr auf Englisch singen, englische Band-Namen waren tabu.

Volker Höffer: Nachdem in der Sowjetunion 1964 Breshnew an die Macht gekommen war, gewannen auch in der DDR die Hardliner wieder Oberwasser. Und deren Rückkehr zur Repression gipfelte in den Beschlüssen des 11. ZK-Plenums der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).

Das sogenannte Kultur-Kahlschlag-Plenum vor 50 Jahren.

Volker Höffer: Genau. Ein guter Anlass, diese Geschichten aus Rostocker Erleben auf die Bühne zu bringen.

Randale wegen Rockmusik waren kein Ostphänomen. Bill Haleys erste Deutschlandtour wurde zum Alptraum für die Veranstalter Das Publikum zerlegte Konzertsäle in Hamburg, Bremen, Stuttgart…

Volker Höffer: … und beim Auftritt der Rolling Stones 1965 in Berlin die Waldbühne. Davon druckte das Neue Deutschland damals eine Fotostrecke der Bild-Zeitung nach. Beatle-Mania und Rock ’n’ Roll schockierten im Osten wie im Westen. Aber von der DDRFührung wurde fast alles als Ausfluss des „westlichen“, „negativen-dekadenten“ Systems betrachtet, als feindliche Einflussnahme. Sie statuierte harte Exempel wegen kleinster Anlässe.

Haben Sie ein Beispiel aus der Region?

Volker Höffer: Die sogenannte Glatzkopfbande. Deren angebliche Rädelsführer bekamen acht Jahre Zuchthaus, weil sie auf dem Zeltplatz Bansin keine Schlager, sondern flottere Musik hören wollten. Sie hatten in einer Kneipe rumgestänkert, ohne politischen Hintergrund. Der wurde ihnen unterstellt.

Dabei waren die Ideen sozial, die hinter Rock ’n’ Roll und Flower-Power steckten, also eher links.

Volker Höffer: Das ist ja das Skurrile, die SED-Spitzen begriffen das nie. Sie waren zum Teil kleingeistige, spießige Menschen. Das wird Ende der 70er und in den 80ern noch krasser mit der Verfolgung der Punks. Wäre die DDR-Führung klug gewesen, hätte siediese Bewegung instrumentalisiert. Die westlichen Punks richteten sich ja gerade gegen die schlimmsten Auswirkungen des kapitalistischen Systems. Aber die Punks in der DDR waren der SED suspekt, weil die so komisch aussahen, sich nicht anpassen und auch politisch Anderes wollten.

Sie sind 1963 in Stralsund geboren. Für welche Musik schwärmten Sie als Jugendlicher?

Volker Höffer: Ich mochte die frühen Puhdys, Renft, verschiedene Blues-Gruppen, später Karussell. Das SED-Diktum gegen englische Titel führte ja zu einer Blüte guter ostdeutscher Rockmusik. Doch ab der zweiten Hälfte der 70er wurde mir DDR-Musik zu fade. Heute ist mir klar, dass das auch am Verschwinden der interessanten Bands nach dem Renft-Verbot und der Biermann-Ausbürgerung lag. Ich ging in Richtung Heavy Metal, Hardrock, Punk – also Deep Purple, Led Zeppelin, Queen, später Sex Pistols, AC/DC.

Erlebten Sie deswegen Repressionen?

Volker Höffer: Nein. Wenn wir mit dem Rekorder an der Straßenecke standen, kam höchstens mal der Abschnittsbevollmächtigte und forderte uns auf, die laute Musik abzudrehen.

Heute spielen Sie selbst DDR-Musik.

Volker Höffer: Ich habe vor vier Jahren zusammen mit meinen Studienfreund Jörg Schliephake das Duo „Zeitlos“ gegründet. In unserem Programm ZWISCHEN LIEBE UND ZORN geht es um DDR-Rockmusik zwischen Anpassung und Auflehnung.

Das Volkstheater erzählt mit (NO) SATISFACTION! eine Geschichte, die in den 60ern am Strand beginnt und in den späten 80ern bei revoltierenden Punks endet. Ist das vor allem Erinnerungskultur?

Volker Höffer: Das wirkt so frisch, es spricht garantiert auch heutige Jugendliche an. Da ist alles drin: Lebensfreude, Rhythmus, Protest, Sehnsucht nach Freiheit. Und es sind Geschichten von hier, aus Rostock.

von Ulrike Buchmann, erschienen im TITEL (Juni-Ausgabe)

Einblick in die Bühnenprobe!

Letzte Woche waren wir bei einer Bühnenprobe im GROSSEN SAAL dabei!

Für die Tänzer war es spannend, nach der langen Erarbeitungsphase im BUG zum ersten Mal unter den Gegebenheiten des geplanten Bühnenbilds auf der Bühne des GROSSEN SAALS zu proben. Auch für uns war es eine interessante und beeindruckende Erfahrung.

Um unsere Eindrücke teilen zu können, haben wir von dem Fotografen Reiner Nicklas eine Menge Fotos bekommen.

Einige davon könnt ihr hier bewundern!

Tim Grambow & Katja Taranu © Reiner Nicklas

Tim Grambow & Katja Taranu © Reiner Nicklas

Ensemblefoto © Reiner Nicklas

Ensemblefoto © Reiner Nicklas

Teresa Lucia Forstreuter © Reiner Nicklas

Teresa Lucia Forstreuter © Reiner Nicklas

Enkhzorig Narmandakh, Hung-Wen Chen, Linda Kuhn, Anton Shults & Natalie Brockmann © Reiner Nicklas

Enkhzorig Narmandakh, Hung-Wen Chen, Linda Kuhn, Anton Shults & Natalie Brockmann © Reiner Nicklas

Tim Grambow & Anton Shults © Reiner Nicklas

Tim Grambow & Anton Shults © Reiner Nicklas

Teresa Lucia Forstreuter, Larissa Potapov & Linda Kuhn © Reiner Nicklas

Teresa Lucia Forstreuter, Larissa Potapov & Linda Kuhn © Reiner Nicklas

Natalie Brockmann & Anton Shults © Reiner Nicklas

Natalie Brockmann & Anton Shults © Reiner Nicklas

Ensemblefoto© Reiner Nicklas

Ensemblefoto © Reiner Nicklas